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Oberschenkelprothese

Symphonie Aqua System
Die moderne Beinprothetik verhilft amputierten Menschen zu mehr Mobilität und Lebensqualität. Je genauer die Prothese vom Techniker angefertigt wird, desto besser kann sich der Prothesenträger mit ihr fortbewegen. Das Symphonie Aqua System bietet eine ganz neue und einzigartige Möglichkeit, einen Gipsabdruck des Stumpfes zu erstellen – erstmals unter Vollbelastung mit dem gesamten Körpergewicht. Wie gut eine Prothese hält und wie sicher und kontrolliert der Anwender mit ihr gehen kann, hängt maßgeblich von der Passform des Schaftes ab. Er ist das oberste Prothesenglied, umfasst den Stumpf und nimmt das Körpergewicht auf, um es direkt auf die unteren Prothesenpassteile zu übertragen. Jeder Schaft wird individuell gefertigt und ist somit die Basis für die Mobilität des Prothesenträgers. Be- und Entlastungszonen, Weichteilkompression und knöcherne Strukturen im Stumpf werden vom Techniker mit handwerklichem Können und Feingefühl erfasst und fließen in die Schaftform ein. Bisher sitzt oder liegt der Anwender in der Regel während des Abformvorgangs. Das Symphonie Aqua System ermöglicht es Technikern, Schäfte unter Berücksichtigung der Anatomie herzustellen, da der Anwender während des Gipsabdruckes steht und sein gesamtes Körpergewicht in das System überträgt. So werden die anatomischen Strukturen des Stumpfes unter hydrostatischem Druck optimal erfasst. Der Abdruck unter Vollbelastung liefert dem Orthopädietechniker wichtige Informationen über die spätere Beschaffenheit des Unterschenkelschaftes. Dadurch wird ein präzises Gipsnegativ erstellt, welches bereits vor der eigentlichen Probeschaftanfertigung eine genaue Volumenbestimmung des Stumpfes mit der notwendigen Weichteilkomprimierung ermöglicht. Zum Symphonie Aqua System gehören ein Druckbehälter aus Edelstahl, eine Silikonmembran, ein Druckmanometer mit Sperrhahn, ein Verbindungsschlauch, ein Vorratsbehälter und eine Auffüllkupplung. Für das Abformen des Stumpfes werden außerdem Gipsbinden, Frischhaltefolie, Gipsisoliercreme, zwei dünne Nylonstrümpfe sowie Wasser benötigt.

 

Unterschenkelprothese

Symphonie Aqua System

  1.  Bevor der eigentliche Abdruck entsteht, sollte die Membran im Inneren des Zylinders mit Gipsisoliercreme eingestrichen werden. Anschließend füllt der Techniker den Zylinder mit Wasser aus dem Vorratsbehälter, bis das Gehäuse maximal geflutet ist.
  2. Über den angelegten Silikonliner wird zunächst ein Nylonstrumpf gezogen, anschließend wird dieser mit nassen Gipsbinden umwickelt. Um das Stumpfende zuverlässig abzudecken, empfiehlt sich eine vierlagige Longuette von medial nach lateral zu legen.
  3. Anschließend wird ein weiterer Nylonstrumpf über die noch nassen Gipsbinden gezogen. Der Patient bringt nun stehend seinen Stumpf in den Zylinder ein, wobei das Öffnen des Sperrhahns den Vorgang einleitet: Der Stumpf sinkt gleichmäßig unter dem vollen Körpergewicht in das System ein, während das überschüssige Wasser in den Vorratsbehälter fließt. Ist er ausreichend in den Zylinder eingesunken, wird der Sperrhahn wieder verschlossen.
  4. Der Anwender lässt sein ganzes Körpergewicht auf den Stumpf wirken. Der entgegenwirkende hydrostatische Wasserdruck belastet die gesamte Oberfläche des Stumpfes gleichmäßig und die Weichteilkompression kann präzise erfasst werden. Sobald die Gipsbinden ausgehärtet sind, zieht der Anwender den Stumpf wieder aus dem Zylinder.
  5. Es folgt das vorsichtige Abziehen des Gipsabdruckes vom Stumpf. Die Membran im Inneren des Zylinders kann einfach und schnell mit klarem Wasser und einem weichen Tuch gereinigt werden.